Der Winter steht vor der Tür, und es ist an der Zeit, das Wasser aus dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen herauslaufen zu lassen. Das geht am besten, wenn ihr strukturiert vorgeht. Hier erstmal eine schematische Darstellung des Wassersystems. Es variiert natürlich, je nachdem, welche Pumpe ihr einsetzt – diese ist nicht dargestellt, aber dazu kommen wir am Schluss.

Erklären wir erstmal die Skizze:
Beginnend links sehen wir als Erstes den Wassertank. Dieser hat einige Anschlüsse. Zum einen wird er über den Stutzen von außen befüllt. In diesem Stutzen ist auch eine Tankentlüftung integriert – diese ist notwendig, sodass die Luft beim Betanken auch entweichen kann.
Nach unten hin ist das Ventil zum Ablassen des Wassers. Dieses hat meist zwei Stellungen – vollständige Entleerung (ganz aufdrehen) und bis zum ersten Raster – 20 l Restmenge belassen.
Von dort aus geht über die Pumpe das kalte Wasser zu den einzelnen Entnahmestellen, wie Dusche, Küche, Bad, Toilette, Warmwasserboiler und eventuell Außendusche. In diese Leitung ist meist in der Nähe des Boilers ein Frostschutzventil eingebaut. Bei Wohnwagen ist das in der Regel nicht verbaut. Anschließend geht das Wasser durch die Therme hin in die Warmwasserverteilung. Am direkten Ausgang der Therme befindet sich ein Luftventil, das geschlossen wird, wenn Wasserdruck im System ist. Danach geht es zu den Entnahmestellen für das warme Wasser.
Wie gehen wir nun vor, um das System wasserlos zu machen?
Das ist ganz einfach:
- Wir schalten die Pumpe ab.
- Wir lassen das Wasser im Tank vollständig ab.
- Wir öffnen die Wasserhähne in Mittelposition (warm und kalt, alle).
- Danach öffnen wir das Frostschutzventil.
Was jetzt passiert, ist Folgendes:
Das Frostschutzventil ist an der tiefsten Stelle – hierüber läuft nun das Wasser aus den einzelnen Zapfstellen ab. Auch das Wasser des Warmwasserboilers läuft hierüber ab.
Aber das Wasser aus den Warmwasserleitungen wird nicht vollständig ablaufen, da durch das Öffnen des Frostschutzventils der Druck im Wassersystem nachlässt und das Winkelanschlussventil Luft in das System direkt am Boiler lässt. Somit entsteht kein Unterdruck im Warmwassersystem hinter dem Boiler, und das Wasser läuft rein aufgrund des statischen Drucks (der Druck, den das Wasser ausübt, weil es in einer Wassersäule steht) aus der Leitung nach.
Leider nicht vollständig, da die Leitungen am Boden liegen – und damit das warme Wasser vollständig auslaufen kann, müsste es wieder bergauf fließen. Das geht leider nicht.
Aber jetzt ist erstmal viel Wasser aus dem System. Wenn der Boiler voll war, dürfte allein durch das Frostschutzventil ca. 12 l Wasser gekommen sein.
Um den Rest des Wassers herauszubekommen, muss man erstmal wissen, wo noch Wasser stehen kann – eigentlich an jedem Ende einer Leitung. 🙂
Somit gehen wir einfach systematisch weiter durch.
Wir brauchen einen großen Luftballon, den wir über die Entnahmestellen stülpen können. Los geht’s:
- Alle Zapfstellen wieder schließen (der Winkelanschluss kann nicht geschlossen werden).
- Wasserpumpe und Rücklaufventil entfernen.
- Luftballon aufpusten und im Wassertank am Pumpenanschluss überstülpen, dann die Luft in die Leitung entweichen lassen – das Wasser wird zum Frostschutzventil herausgedrückt.
Ggf. wiederholen und anschließend das Rücklaufventil und die Pumpe wieder montieren.
Danach wird diese Prozedur an jeder Zapfstelle bei geschlossenem Frostschutzventil wiederholt.
Achtung: Hier müsst ihr die Entnahmestelle einmal über die Warmwasserleitung und danach über die Kaltwasserleitung belüften bzw. auspusten.
Immer wieder die Armatur verschließen und danach zur nächsten weitergehen.
Berücksichtigt auch den Duschschlauch innen wie eventuell außen.
Die Toilette ist nicht so einfach, aber im Kassettenschacht den Schlauch demontieren und darüber die Leitung auspusten. So wird auch das Magnetventil getrocknet.
Anschließend alle Armaturen schließen und die 12 V einschalten. Kurz die Toilettenspülung zweimal betätigen, sodass auch hier das Wasser herauslaufen kann.
Danach alles trockenwischen – auch den Tank – und wie auch die Armaturen geöffnet lassen.
Das Freizeitfahrzeug ist nun winterfest.
Im Falle einer Druckpumpe müsst ihr diese einmal trocken laufen lassen und anschließend den Filter öffnen und das Wasser daraus entfernen. Vielleicht habt ihr individuell noch weitere Entnahmestellen oder Ventile – dann muss die Prozedur von euch individuell angepasst werden.
Da das Ganze ein wenig Erfahrung bedarf, gibt es natürlich keine Garantie für das Gelingen. Daher: alles auf eigene Gefahr.
Helfen dabei spezielle Entwässerungssysteme? Jaein! Sie helfen beim einfachen Anschluss einer Luftpumpe. Die Wasserpumpe und das Rücklaufventil muss weiterhin manuell gereinigt werden. Der Warmwasserstrang bei Fahrzeugen ohne Ventil in diesem Helfen die Systeme leider nicht. Sie müssen weiterhin über die Armaturen entlüftet werden, da die Luft die über dem Pumpenanschluss verteilt wird, am Eckventil der Truma Combi entweichen würde und das Wasser nicht herausdrücken kann.
